Rechtsanwälte für Berlin und Brandenburg

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Erbrecht

Das Erbrecht umfasst die Regelung der Erbfolge und die damit verbundene Vermögensverteilung.

Wir unterstützen Sie bei der Erstellung von Testamenten nach Ihren Wünschen auch unter Berücksichtigung steuerrechtlicher Auswirkungen.

Ebenso bei Erbauseinandersetzungen wie Pflichtteilsansprüchen, Anfechtung des Testaments, Aufhebung der Erbengemeinschaft etc. stehen wir Ihnen mit unserer Erfahrung zur Verfügung.

Die Beschäftigung mit dem Erbrecht ist für jeden bereits zu Lebzeiten sinnvoll, wenn man den Hinterbliebenen nicht Probleme hinterlassen will, die man besser selbst hätte vermeiden können. Dies fängt bereits damit an, dass häufig Irrtümer über die gesetzliche Erbfolge bestehen, so beispielsweise darüber, dass der Ehegatte ohne Testament nicht Alleinerbe wird, wenn noch Kinder, Eltern, Geschwister, Nichten oder Neffen des Erblassers leben.

Dies bedeutet, dass sich jeder, auch bereits in jungen Jahren, Gedanken über die Aufteilung seines Vermögens im Falle seines Todes machen sollte.

Testament:
Das Testament ist der schriftlich niedergelegte Wille eines Menschen zur Bestimmung der Erben seines Vermögens zu den im Testament festgelegten Teilen. Jeder kann eingesetzt und jeder kann ausgeschlossen werden.

Das Testament muss zwingend handschriftlich erstellt und unterschrieben werden. Das Wort Testament muss nicht darin vorkommen, wenn aus dem Inhalt klar ersichtlich ist, dass hier die Vermögensfolge nach dem Tod festgelegt werden soll. Ein Datum ist nicht unbedingt anzugeben, es erleichtert jedoch die zeitliche Zuordnung, falls mehrere sich widersprechende Testamente vorliegen.

Mehrere Testamente können auch zusammen wirksam sein, wenn sie sich nicht widersprechen. Es sollte jedoch für den Fall einer Änderung des Testaments ein neues angefertigt werden, um Missverständnisse zu vermeiden.

Ältere Testamente können auch ergänzt werden, müssen dann jedoch nochmals unter der Ergänzung unterschrieben werden.

Berliner Testament:

In einem Berliner Testament können Ehepartner gemeinsam festlegen wer im Falle des Todes des einen und des anderen Ehegatten erben soll. In den meisten Fällen setzen sich die Ehegatten zu Alleinerben ein und bestimmen nach dem Tode des Letztversterbenden Dritte, zumeist die gemeinsamen Kinder, zu Schlusserben.

Der Vorteil eines Berliner Testamentes liegt darin, dass das gemeinsam verfasste Testament nicht einseitig ohne Wissen des Anderen geändert werden kann. Würden beide Ehegatten jeweils ein Einzeltestament erstellen, könnte jeder sein Testament ändern und die gegenseitige Sicherheit der Erbeinsetzung als Alleinerbe wäre dahin. Des Weiteren kann der überlebende Ehegatte das Testament nach dem Tode des Erstversterbenden nur unter erschwerten Bedingungen ändern, sodass der Erstversterbende sicher sein kann, dass sein Wille über die Schlusserben nicht verändert wird.

Gleichzeitig können die Ehegatten eine sogenannte Pflichtteilsstrafklausel in dem Testament aufnehmen um zu vermeiden, dass beispielsweise ein Kind seinen Pflichtteil gegen den überlebenden Ehegatten geltend macht. Dadurch kann verhindert werden, dass ein Kind durch den Pflichtteils begünstigt wird.

Das Berliner Testament wird unwirksam, wenn die Ehe vor dem Tod eines der Erblasser geschieden wird.

Erbvertrag:

Der Erblasser kann auch zu Lebzeiten mit einem oder mehreren potentiellen Erben Erbverträge abschließen. Dies bedeutet für die Erben eine Sicherheit, da der Erbvertrag grundsätzlich unwiderruflich ist. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der Erbe bereits in das Vermögen des Erblassers investieren will, beispielsweise in eine Immobilie oder ein Unternehmen, aber nicht das Risiko eingehen will nachträglich enterbt oder auf den Pflichtteil reduziert zu werden.

Enterbung:
Will der Erblasser eine Person nichts zukommen lassen, obwohl er gesetzlicher Erbe wäre, spricht man von Enterbung. Die Enterbung erfolgt regelmäßig in einen Testament indem bestimmt wird, dass eine bestimmte Person nichts erben soll. In Abhängigkeit der konkreten Konstellation kann es notwendig oder sinnvoll sein zu bestimmen, dass die Enterbung sich auch auf die Kinder und Enkel des Enterbten auswirken sollen oder nicht.

Zu beachten ist, dass im Falle der Enterbung für einen klar definierten Personenkreis Pflichtteilsansprüche (siehe unten) entstehen. Eine Enterbung des Pflichtteils ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Pflichtteil:
Ist eine Abkömmling, der Ehegatte oder die Eltern vom Erblasser als Erbe ausgeschlossen worden oder auf einen Erbteil reduziert worden der unter der Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs liegt, hat derjenige Pflichtteilsansprüche gegen die Erben.

Pflichtteilsansprüche sind keine Ansprüche am Erbe, sondern ist nur ein Anspruch auf Zahlung einer Summe der der Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs entspricht.

Pflichtteilsberechtigt sind: Die Abkömmlingen des Erblassers, also deren Kinder, Enkel, Urenkel usw., die Eltern und der Ehegatten des Erblassers.

Erbausschlagung:
Da niemand Erbe gegen seinen Willen werden muss, kann jeder Erbe, ob gesetzlich oder testamentarisch, das Erbe ausschlagen. Häufig erfolgt dies dann, wenn der Nachlass überschuldet ist, da die Erben grundsätzlich auch mit ihrem eigenem Vermögen für die Verbindlichkeiten des Nachlasses haften.

Die Erbausschlagung ist innerhalb von 6 Wochen möglich, nachdem der Erbe Kenntnis davon hatte, das er Erbe geworden ist. Mit der Erbausschlagung verliert der Erbe alle seine Rechte am Nachlass. D.h. er darf nichts was dem Erblasser gehörte ohne Zustimmung der Erben an sich nehmen, unabhängig vom Wert.

Mit dem Ausschlagen des Erbes verliert man auch seinen Pflichtteilsanspruch. Davon gibt es allerdings folgende drei Ausnahmen:

1.
War der Erbe mit dem Erblasser verheiratet und hat im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt, kann er das Erbe ausschlagen und den Pflichtteil sowie den güterrechtlichen Zugewinnausgleich verlangen. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn die Summe aus güterrechtlichen Zugewinnausgleich und Pflichtteil höher ist als das Erbe allein.

2.
Ist der Erbe dadurch in seinem Erbe beschränkt, indem ein Testamentsvollstrecker eingesetzt worden ist, ein Nacherbe eingesetzt wurde, eine Teilungsanordnung erfolgte oder der Erbe mit einem Vermächtnis oder einer Auflage gegenüber Dritten beschwert, kann er das Erbe ausschlagen und seinen Pflichtteil verlangen.

3.
Hat der Pflichtteilsberechtigte statt des Erbes ein Vermächtnis erhalten, kann er ebenfalls dieses Vermächtnis ausschlagen und den Pflichtteil verlangen.
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